28. März 2020

GESUNDHEIT

KOLUMNEvon Mag. Wolfgang Rizy

L-Gutamin hat viele Aufgaben


Kontakt: 07248/62661, office@rizy.at

Die Aminosäure L-Glutamin weist die höchste Konzentration im Blut und in der Muskulatur auf. Unser Organismus kann diese Substanz zwar zu einem gewissen Teil selbst produzieren und so eine ausreichende Versorgung sicherstellen, in Zeiten eines erhöhten Verbrauches allerdings sollte eine zusätzliche Gabe angedacht werden.
L-Glutamin hat eine Vielzahl von Aufgaben in unterschiedlichsten Bereichen. Es ist zum Beispiel am Muskelaufbau und an der Energiegewinnung beteiligt und dient ebenso als Energiequelle für Immunzellen. Zudem hilft die Aminosäure bei der Regulierung des Säure-Basen-Haushaltes sowie bei der Stabilisierung des Blutzuckerspiegels und ist maßgeblich für die Bildung von Glutathion verantwortlich. Dieses hochwirksame Antioxidans wirkt gegen schädliche freie Radikale und erfüllt somit eine wichtige Schutzfunktion. Besonders angewiesen auf eine ausreichende Versorgung mit L-Glutamin sind Zellsysteme mit einer hohen Zellteilungsrate, die man speziell in der Darmschleimhaut bzw. in Immunzellen findet.
Aus den angeführten wichtigen Funktionen ergeben sich dementsprechend auch Probleme, wenn eine Unterversorgung vorliegt. Diese kann die Immunabwehr beeinträchtigen und somit zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führen oder Funktionsstörungen des Dünndarmes auslösen. Der Darm wird durchlässiger und damit seine wichtige Barrierefunktion gestört. Schädliche Substanzen oder Bakterien können eindringen, es kommt zu Schleimhautentzündungen oder Unverträglichkeiten aufgrund der nicht mehr intakten Darmwand. Tritt kurzfristig ein erhöhter Bedarf auf – zum Beispiel bei extremer körperlicher Belastung oder bei Infektionen –, holt sich der Organismus das L-Glutamin aus der Muskulatur. Die Folge: ein Abfall der körperlichen Leistungsfähigkeit.
Für gesunde Menschen ist eine L-Gutamin-Gabe angezeigt, wenn es um außergewöhnliche Anstrengungen geht. Leistungssportler und Schwerarbeiter sollten L-Glutamin einnehmen, um einen möglichen Muskelabbau zu verhindern. In Stressphasen hilft es – gemeinsam mit L-Arginin – als Energiequelle, die Proteinreserven des Körpers zu schonen. Keinesfalls auf eine diesbezügliche Ergänzung verzichten sollten Personen mit Immunschwäche oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, sowie an Gastritis und Magengeschwüren Leidende oder wenn man längere Zeit künstlich ernährt wird. Auch nach Durchfallerkrankungen und zur Darmsanierung nach einer Antibiotikatherapie ist L-Glutamin von Bedeutung. Es unterstützt die Regenerierung der Schleimhäute im Darm oder Mund- und Rachenraum hier ebenso wie bei chemotherapiebedingten Schäden. Bei Patienten, die Verbrennungen oder Operationen hinter sich haben, hilft die Aminosäure, die körperliche Verfassung zu stabilisieren sowie die Wundheilung zu fördern.
Im Prinzip ist L-Gutamin in sämtlichen proteinreichen Lebensmitteln enthalten. Besonders hohe Mengen kommen in Milch-, Vollkorn- und Sojaprodukten vor. Die tägliche empfohlene Dosis beträgt 5 bis 30 Gramm.